Vernetztes Wissen

Wann ist welche Krebstherapie besonders Erfolgversprechend? Ein neues digitales Tool unterstützt Ärzt:innen im UKE künftig dabei, auf relevante Forschungsergebnisse schnell zugreifen zu können.


Von Katja Strube

Portrait Prof. Dr. Frank Ückert
Institutsdirektor
Prof. Dr. Frank Ückert

Onkologische Patient:innen werden immer häufiger mit individuellen Therapieansätzen versorgt. Je nach Krebsart und Krankheitsverlauf stehen den Ärzt:innen dabei auch noch nicht etablierte Therapien zur Verfügung. Damit im Einzelfall bereits erfolgte Anwendungen nicht erst aufwendig recherchiert werden müssen, hat ein Team des Instituts für Angewandte Medizininformatik einen digitalen Wissensvermittler, den Knowledge Connector, gemeinsam mit Kolleg:innen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) weiterentwickelt: eine spezialisierte Suchmaschine für die weltweit größten medizinischen Datenbanken, in denen Ergebnisse experimenteller Krebstherapien per Mausklick auffindbar werden. „Leitend war dabei der Gedanke, die Arbeit der Kolleg:innen in der Onkologie so zu vereinfachen, dass bereits erfolgte Studienergebnisse von bislang nicht standardisierten Therapien schnell zur Verfügung stehen“, sagt Institutsdirektor Prof. Dr. Frank Ückert.

Portrait Medizininformatikerin Layla Riemann
Medizininformatikerin
Dr. Layla Riemann

„Im Prinzip geht es darum, Gruppierungen für komplexe molekulare Biomarker zu bilden und Ergebnisse so fallspezifisch zusammenzustellen, dass bei bestimmten Suchworten vernetzte Informationen ausgegeben werden“, erläutert Dr. Layla Riemann vom Institut für Angewandte Medizininformatik. Das Ergebnis ist ein zentraler Onlinekatalog für Studienergebnisse: Die Forschungsliteratur zu solchen Therapien liegt auf verschiedenen Datenbanken. Mit dem Knowledge Connector müssen die Ärzt:innen Behandlungsweisen bei bestimmten molekulargenetischen Konstellationen in Zukunft nicht mehr an verschiedenen Orten recherchieren, sondern diese stehen per Suchfunktion in Sekundenschnelle zur Verfügung.

Onkologe aus dem UCCH - Dr. Maximilian Christopeit
Onkologe aus dem UCCH
Dr. Maximilian Christopeit

„Der Knowledge Connector wird die Arbeit des Molekularen Tumorboards in Zukunft vereinfachen und dafür sorgen, dass wir aktuelle Forschungsergebnisse unmittelbar bei der Behandlung von Krebspatient:innen berücksichtigen können“, sagt Onkologe Dr. Maximilian Christopeit aus dem Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH) im UKE. Gemeinsam mit ärztlichen Kolleg:innen etwa aus der Pathologie und der Radiologie berät er in wöchentlichen Sitzungen über den Einsatz individueller Therapieansätze. „Mit dem Knowledge Connector können wir künftig Patient:innen noch passgenauer behandeln."

Aktuell arbeiten die Medizininformatikerin Dr. Riemann und ihre Kolleg:innen noch an der weiteren Programmierung des Knowledge Connectors, der Start ist für 2024 geplant.

Mehr Informationen?

Aktuelle Neuigkeiten unter: www.uke.de/krebsforschung